Geschichte

Geschichte

Der Name des Dorfes deutet auf seine Tallage in einer geschützten Mulde hin, in der wasserreiche Quellen und Brunnen hervorsprudeln. Das Wasser sammelt sich in dem Dalheimer Graben, der durch eine breite Senke fließt und bei Friesenheim in die Selz mündet.

Dalheim wurde im Jahre 766 erstmals in schriftlichen Urkunden erwähnt; der Eintrag entstammt dem Kodex des Klosters Lorch vom 10.6.766. Der Ort war der Stammsitz eines Rittergeschlechts, das später als Adelsfamilie von Dienheim berühmt wurde. Die Ritter besaßen eine Burg in Dalheim, die aber schon um 1260 von dem Grafen von Leiningen zerstört wurde. Der Ort hatte dann eine wechselhafte Geschichte. Im 18. Jahrhundert hatte Dalheim eine Sonderstellung, da es – zusammen mit Harxheim und einemTeil von Hillesheim – dem Römischen Kaiser unterstellt war. Aus dem Reichsbesitz der Frankenkönige ging das Dorf an die Grafen von Falkenstein, von diesen erwarben es die Herzöge von Lothringen. Dabei ging es aber gar nicht friedlich zu, denn die Falkensteiner Erben wehrten sich gegen die Ansprüche der Lothringer. Es kam zu einem erbitterten Krieg. Die Lothringer siegten, und Dalheim blieb fast 100 Jahre in ihren Händen.

Altes Rathaus in BackhausgasseIm Jahre 1736 heiratete die Kaiserin Maria Theresia von Österreich den Herzog Franz Stephan von Lothringen, der seinen Besitz mit Österreich vereinigte. So wurde das Habsburger Kaiserhaus Ortsherr von Dalheim, das Dorf gehörte zu Österreich.

Im 19. Jahrhundert gab es eine kleine jüdische Gemeinde in Dalheim, die 1861 die Höchstzahl mit 30 jüdischen Einwohnern erreichte. 1847 wurde erstmals eine Synagoge im Ort erwähnt, die aber 1890 geschändet und wenig später geschlossen wurde. Die meisten jüdischen Bürger waren da schon in die Städte verzogen bzw. ausgewandert. Ein im Sommer 1858 eingerichteter kleiner jüdischer Friedhof ist bis heute erhalten und ist die einzige Erinnerung an die jüdische Geschichte der Gemeinde.

Historisch: Blick über DalheimDas 20. Jahrhundert begann für Dalheim mit einer Bahnstation an der Eisenbahnstrecke von Nierstein nach Köngernheim. Am 1. November 1900 konnte der erste Zug auf der neuen Strecke verkehren, Dalheim hatte neben Dexheim und Friesenheim eine Bahnstation. Die eingleisige Strecke bekam im Volksmund den Namen „Valtinche“. Dieselbe Strecke war nämlich viele Jahre vorher der Milchmann Valtin täglich mit seinem Wagen auf der Straße gefahren. Da die Bahn ihn ablöste, nannte man sie das „Valtinche“. Heute ist die Strecke längst stillgelegt, Dalheim kann jetzt mit Bussen erreicht werden. Die Bahntrasse aber ist heute ein Fahrradweg, der von Nierstein bis Undenheim und in einer Abzweigung über Köngernheim, Hahnheim und Selzen bis Mommenheim führt.